Der schlafende Riese

 

Ich war sehr tief bewegt von dieser Vision, die meine Sicht des Leibes Christi weltweit und den des Dienstes in der letzten Zeit veränderte. Die größten Geschenke, die die Gemeinde Jesu von Gott empfängt, kommen erst noch auf sie zu! Ich konnte das Ausmaß der Vision nicht verstehen, bis ich Joel 2:23 las:

 

»Ihr Bewohner des Zionsberges, freut euch und jubelt über den Herrn, euren Gott! Er erweist euch seine Güte und schickt euch Regen wie zuvor, Frühregen im Herbst und Spätregen im Frühjahr.«

 

Gott wird nicht nur Früh- und Spätregen schicken, sondern er wird seinem Volk eine doppelte Portion seiner Macht und Salbung zur Verfügung stellen.

 

Als die Vision begann, befand ich mich im Geist sofort in großer Höhe. Ich schaute hinunter und sah den Erdball, und auf einmal war es mir, als sähe ich die ganze Welt: jede Nation, jedes Volk und jede Sprache, von Ost nach West und Nord nach Süd. Ich stand zitternd da, als ich dieses Panorama vor mir hatte. In diesem Moment begannen Blitze und Donner.

 

Während die Blitze die Oberfläche der Erde erhellten, schaute ich auf sie hinunter. Plötzlich sah ich so etwas wie einen großen Riesen, der starr vor sich hin schaute. Er war ungeheuer groß, seine Füße schienen am Nordpol zu sein, sein Kopf am Südpol, seine Arme reichten von Meer zu Meer. Ich wusste zuerst nicht, war es ein Riese oder ein einziges mächtiges Bergmassiv. Zuletzt erkannte ich, dass es ein Riese war, der um das Überleben kämpfte. Sein Körper war bedeckt mit Trümmerbrocken von Kopf bis Fuß.

 

 

In bestimmten Zeitabständen bewegte er seinen Körper, und es schien als bemühe er sich, sich zu erheben. Als er das weiterhin versuchte, flohen Tausende kleiner Gestalten und Geschöpfe von seinem Körper, schreckliche, ekelige Gestalten, die immer dann, wenn der Riese sich wieder beruhigte, wieder auf ihn zurückkehrten. Aber plötzlich erhob der Riese doch eine Hand zum Himmel, dann die andere. Als er das tat, flohen die vielen Kreaturen endgültig und verschwanden in Nacht, Finsternis und Dunkelheit.

 

Langsam erhob sich der Riese – und als er es tat, reichten sein Kopf und seine Hände bis über die Wolken. Als er sich ganz auf die Füße stellte, machte er sich los von den schweren Brocken und dem Schmutz, der ihn bedeckte und begann, seine Hände gegen den Himmel zu erheben, während er den Herrn Jesus anbetete. Dann wurde ab einem bestimmten Moment jede Wolke zu Silber, das schönste Silber, das ich je sah. Das Phänomen war so beeindruckend, dass ich nicht einmal beginnen konnte zu verstehen, was das alles bedeuten sollte. Auf das Höchste erschüttert, weinte ich und rief: »Oh Herr, was bedeutet das alles?«, und ich spürte, dass ich wirklich im Geist und in der Gegenwart des Herrn war.

 

Als nächstes fielen aus diesen Wolken auf einmal große Tropfen von flüssig-feurigem Licht, und sie regneten über den großen Riesen. Allmählich begann er zu zerschmelzen, und er schien sich mit der Erde selbst zu vermischen. Während sich seine Umrisse auflösten, war er bald nicht mehr von der Erdoberfläche zu unterscheiden. Nun fiel dieser große Silberregen auch auf die Erdoberfläche. Tropfen flüssig-feurigen Lichtes gingen wie eine Flut über die ganze Erde. Völlig unerwartet verwandelte sich der Riese, der ganz weggeschmolzen zu sein schien, in Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Während ich weiter schaute, standen diese Menschen auf, erhoben ihre Hände und priesen den Herrn.

 

 

Nun kam ein lauter Donner, der wie ein Brüllen aus dem Himmel tönte. Ich schaute hin und sah eine Gestalt in strahlendem, blendend hellem Weiß – das herrlichste Wesen, das ich in meinem ganzen Leben wahrgenommen habe. Ich sah nicht sein Gesicht, aber ich wusste genau, dass es der Herr Jesus Christus war. Er streckte seine Hände nach allen Seiten aus – zu Völkern und Nationen, Männern und Frauen und zeigte dabei auf jeden Einzelnen und dasselbe flüssig-feurige Licht schien von seine Händen über die Leute zu fließen, und eine machtvolle Salbung kam über sie, und sie begannen, hinauszugehen im Namen des Herrn Jesus Christus.

 

Abgelehnte Salbung

und der abgelehnte Gesalbte

 

Ich weiß nicht, wie lange das dauerte. Es schienen Tage, dann Wochen, dann Monate zu sein. Ich blickte zu Christus hin, und er streckte weiter seine Hände aus. Dann geschah plötzlich eine Tragödie: Es gab viele Leute, die jene Salbung Gottes zurückwiesen und auch die Berufung Jesu für sie. Ich sah Männer und Frauen, die ich kenne und von denen ich geglaubt habe, dass sie mit Sicherheit hingegeben an Jesus Christus seien. Aber während er überall hin die Hände ausstreckte, zogen sie einfach ihre Köpfe ein, so dass kein Tropfen auf sie kommen konnte, und gingen weg. Jede Person, die die Salbung und die Berufung nicht annahm und den Kopf senkte, schien zu sagen: »Ich kann nicht« oder »Ich will nicht«, drehte dem Herrn den Rücken zu und versank in Nacht, Dunkelheit und Finsternis. Dunkelheit von allen Seiten schluckte sie.

 

 

Ich war aufgerüttelt bei dem Anblick. Die Leute, die sich salben und berufen ließen, gingen auf der ganzen Erde umher. Es gab Millionen in aller Welt: Afrika, Asien, Russland, China, Amerika. Die Salbung des Herrn war auf ihnen, und sie gingen im Namen Jesus. Unter ihnen waren ehemalige Grubenarbeiter, Putzfrauen, Reiche und Arme. Weiterhin sah ich in dieser Schar Menschen, die früher gelähmt, blind und stumm waren; es waren Menschen die allerlei Krankheiten hatten. Sobald der Herr die Salbung auf sie gelegt hatte, wurde es gut, sie waren gesund und gingen sofort los.

 

So geschah es. Das ist das große Wunder – das Wunder der Herrlichkeit Jesu Christi! Diese Menschen machten es dann so, wie es der Herr mit ihnen selbst getan hatte. Und dasselbe flüssig-feurige Licht war in ihren Händen. Sie gingen und streckten die Hände aus zu den Geplagten und riefen: »Ich sage dir: Sei geheilt!« Mir war es ganz wunderlich zumute. Ich fragte den Herrn: Bitte erkläre mir genauer, was das alles bedeutet. Er sagte:

 

»DAS ist es, was ich in den letzten Tagen tue.

Ich ersetze alles, was Nager, Fresser, Heuschrecken

und all das Geschmeiß zerfressen haben für meine Gesalbten.

Diese, die mein Volk sind in den letzten Tagen,

marschieren wie ein machtvolles Heer.

Sie werden die ganze Erde bedecken!«

 

 

Wütende Massen

 

Zornige Menschenmassen gingen auf die Gesalbten mit Schwertern und Pistolen los, aber – wie einst der Herr Jesus Christus – schritten sie mitten durch die Menge, und die Feinde konnten sie nicht mehr finden. Die dem Herrn geweihten Menschen gingen überall hin und streckten ihre Hände aus im Namen des Herrn der himmlischen Heerscharen. Sie zogen voran in dem Bewusstsein, den Endzeitdienst für Christus zu tun, und sie dienten vielen Menschen in der ganzen Welt. Tausende und Abertausende, ja Millionen, kamen zu Jesus, als diese Diener des lebendigen Gottes vor ihnen standen und das nahe Kommen des Reiches Gottes auf Erden ankündigten. Es war so herrlich! Es schien, als wären die, die gegen diese Salbung waren und rebelliert hatten, besonders in Rage geraten und wollten nun die Geliebten Jesu angreifen.

 

Gott gab der Welt und den Gläubigen mit stolzen Herzen in letzter Stunde ein Zeugnis seiner Kraft, wie es nie zuvor war. Die Männer und Frauen, die jene Salbung trugen, waren aus allen sozialen Schichten. Hierarchien bedeuteten nichts mehr. Wenn einer stolperte und hinfiel, kam ein anderer und hob ihn auf. Es gab kein großes »Ego« mehr. Jeder Hügel war eingeebnet, und jedes Tal war aufgefüllt. Sie waren eine starke Einheit, und göttliche Liebe floss unter ihnen; sie wandelten gemeinsam, arbeiteten gemeinsam, und sie lebten gemeinsam. Alles in ihrem Leben drehte sich um den Auftrag des Herrn Jesus Christus. Ich schaute und schaute, Tage vergingen, ich konnte nur abwechselnd lachen und weinen. Es war so wunderbar, diese Geliebten zu sehen, wie sie in den letzten Tagen auf der ganzen Welt das Evangelium vom nahenden Königreich Jesu Christi verkündeten. Wunderbar war das, größer als alles, was ich je träumen oder denken konnte.

 

Diese Gemeinschaft von Menschen formierte sich nun wieder als ein gewaltiger Riese, aber anders als am Anfang. Er war prächtig geschmückt und von einem strahlenden Weiß. Es war kein Flecken in seinem Lichtkleid, der Körper vervollkommnete sich mit Menschen aller Epochen, die so zusammenkamen. Ganz allmählich gestaltete sich vom Himmel her der Herr Jesus zum Haupt dieses Leibes. Ich hörte eine Donnerstimme, die sagte:

 

»Das ist meine geliebte Braut, auf die ich gewartet habe,

sie wird vorangehen, auch wenn es durch Feuer geht.

Sie ist es, die ich vom Uranfang der Zeit her geliebt habe.«

 

 

Die große Zerstörung

 

Meine Augen blickten in den fernen Norden, und ich sah eine große Zerstörung, zertrümmerte Gebäude, weinende Männer und Frauen, die in großer Angst waren. Später hörte ich eine vierte Stimme: »Jetzt ist mein Zorn ausgegossen über die Erde.« Von allen Enden der Erde schienen sich große Gefäße mit dem Zorn Gottes gefüllt zu ergießen. Ich konnte bei diesem schrecklichen Anblick sehen, wie ganze Städte und Nationen in der Zerstörung endeten. Menschen weinten, während sie sich in Höhlen flüchteten, aber die Höhlen und Berge öffneten sich. Sie stürzten sich in Gewässer, aber sie konnten nicht untergehen. Durch nichts konnten sie getötet werden. Sie versuchten, ihrem Leben ein Ende zu setzen, und es gelang nicht.

 

Erneut wandte ich meine Augen der herrlichen Vision zu, der Gestalt, die so schön und deren Kleid strahlend weiß war. Langsam, sehr langsam begann sie, sich von der Erde zu erheben, und dabei wachte ich auf. Die Vision, die ich hatte, betraf das geheimnisvolle Wirken Gottes am Ende der Zeiten. Am 27. Juli, um 2.30 Uhr in der Nacht, hatte ich dieselbe Vision noch einmal.

 

Mein Leben veränderte sich, als ich verstand, was Gott in den letzten Tagen tun will. Da werden nicht Lehrmeinungen im Vordergrund stehen, nicht Gemeindestrukturen, sondern die Person des Herrn Jesus Christus. Die Gesalbten werden im Fluss des Heiligen Geistes stehen und das lebendige Wort des Herrn auf den Lippen haben, nicht tote gesetzliche Buchstaben. Wie ich oft in der Vision hörte: »Im Namen des Herrn Jesus Christus sage ich dir …« Oh, ihr Lieben, hört zu! Im Namen des Herrn Jesus Christus soll es geschehen.

 

Wir werden mit Kraft aus der Höhe angetan sein und mit göttlicher Autorität ausgestattet. Wir werden nicht lange Gebete sprechen müssen. Wir werden nicht von Menschen abhängig sein, auch nicht von Gruppierungen und ihren Meinungen, sondern nur noch von der Macht des lebendigen Gottes! Wir werden keinen Menschen fürchten, sondern vorangehen im Namen des Herrn der himmlischen Heerscharen, im Namen des Herrn Jesus Christus!

 


Quelle: El-Shofar | Bilder: © kwasny221 - © GIS - © Jakub Krechowicz - Fotolia.com


 


Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!