Vom Heiligen Geist überrascht

 

Als ich im April zum Flughafen fuhr, um Dr. White abzuholen, war ich gespannt vor Erwartung. Die Monate des Bibelstudiums hatten mich neu für die Kraft Gottes geöffnet, und ich spürte, dass ich in meinem Christsein am Beginn eines neuen Abschnitts stand [...] Nach einer kurzen Fahrt und einer angenehmen Unterhaltung erreichten wir die Kirche. Der Innenraum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Ich war zufrieden über die hohe Beteiligung – hatte aber auch ein ungutes Gefühl. Ich wusste, die Leute würden auf die meisten Referate von Dr. White positiv reagieren, aber ich machte mir Sorgen wegen des Heilungsthemas und der bevorstehenden »Demonstration«.

 

Die ersten drei Themen verliefen, wie ich es erwartet hatte. Doch am Samstagnachmittag kam Dr. White zu seinem letzten Referat: Christi Autorität über Krankheit. Etwa dreihundert Menschen hörten an diesem Tag zu. Nach einer Gelegenheit, am Ende des Referates Fragen zu stellen, lud er ein, nach vorne zu kommen und für geistliche oder körperliche Anliegen beten zu lassen. Ich dachte, ein oder zwei Leute würden dem Aufruf folgen. Stattdessen stürmte etwa ein Drittel aller Anwesenden buchstäblich nach vorne. Einige der Pfarrer und Ältesten traten hinzu, um Dr. White beim Gebet für diese Menschen zu unterstützen.

 

Ich traute meinen Augen nicht. Leute, die ich gut kannte, die so gänzlich die Kontrolle über ihr Leben zu haben schienen, knieten nieder, weinten und baten um Gebet. Ich erinnere mich an eine sehr wohlhabende Frau, die bekannte, dass sie sich von keinem geliebt fühle außer von ihrem Ehemann. Sie bat, dafür zu beten, dass Gott die Mauern, die sie um sich herum spürte, wegnehmen möge. Ich erinnere mich, wie ein anderer, sehr willensstarker Mann auf die Knie ging und bekannte, dass ihn Eifersucht über den Erfolg mancher seiner Freunde auffraß und er nur seinen eigenen Mangel an Erfolg sah.

 

Es schien, als litten überall um mich herum Menschen unter ihren Verwundungen. Ich war verwirrt und auch ein wenig abgestoßen. Meine erste Reaktion war, das Ganze als übermäßige Emotionalität abzutun. Doch solche Emotionalität würde voraussetzen, dass jemand zuvor unsere Emotionen durch irgendeine Art der Manipulation angeheizt hätte. Doch wir hatten gerade ein sehr emotionsloses Referat über Heilung gehört, gefolgt von einer Fragestunde, in der einige meiner Freunde ein paar sehr unfreundliche Dinge zu Dr. White gesagt hatten (Der hatte übrigens in keiner Situation die Beherrschung verloren oder eine unhöfliche Gegenbemerkung gemacht.) und dann, im Anschluss an die Fragestunde, hatte Dr. White an alle, die Gebet wünschten, eine nüchterne Einladung ausgesprochen ohne Musikbegleitung oder Appelle, die ans Gemüt gingen. Wie sollte ich die Tränen, die Schuldbekenntnisse und die fast schockierende Ehrlichkeit erklären, die wir nun erlebten?

 

Hätte ich mich damals bereits eingehender mit der Geschichte von Erweckungen beschäftigt, so hätte ich verstanden, dass diese Dinge in Zeiten der Erweckung, in denen der Heilige Geist auf eine Gemeinde oder eine Stadt fällt, schon unzählige Male geschehen waren. Ich wusste es nicht, aber der Heilige Geist war soeben auf meine Gemeinde gefallen! Es war, als hätte Gott selbst den Korken aus der Flasche gezogen und den Menschen die Erlaubnis gegebne, all den Schmerz, der sich so lange in ihnen aufgestaut hatte, herauszulassen. Die Ehrlichkeit und der Mut, den es brauchte, die Sünden und den Schmerz zu bekennen, waren tatsächlich Hinweise darauf, dass der Heilige Geist an diesem Tag unter uns gegenwärtig war.

 

Ich war mir nicht sicher, ob mir all das gefiel – aber das Schlimmste sollte erst noch kommen. Eine sehr redegewandte und intelligente Dame, die ich schon seit langem kannte, kam zu mir, während ich vorne stand. Sie bat mich und einen der Ältesten, für sie zu beten. Diese Frau war sehr gebildet, überhaupt nicht charismatisch und besaß dieselbe geistliche Prägung wie ich. Sie hatte ein erstaunlich weites Herz für Gott, verbrachte viel Zeit im Gebet und war eine begabte Lehrerin, was die Bibel anging. Trotzdem hatte sie seit vielen Jahren unter Ängsten und Depressionen gelitten. Die Wurzel ihres Problems bestand in einem starken Drang nach Anerkennung. Man könnte es fast als eine »Sucht« bezeichnen, »von Männern anerkannt zu werden«. Nicht, dass sie nach Männern verlangt hätte, doch ihre Sehnsucht nach Anerkennung durch andere beherrschte in der Tat ihr gesamtes Leben.

 

»Würden Sie für mich beten?«, fragte sie. Der Älteste und ich begannen, für sie zu beten, und es geschah überhaupt nichts. Wir wussten es und sie wusste es. Sie dankte und ging weg. Ich wandte mich anderen zu, um mit etwa dem gleichen Erfolg für sie zu beten. Einige Minuten später bemerkte ich, dass die Frau sich angestellt hatte, um mit Dr. White zu reden. Ich stellte mich dazu, als sie gerade anfing, Dr. White ihre Geschichte zu erzählen. Da ich nicht viel Erfolg beim Gebet mit den Menschen zu haben schien, dachte ich mir, ich könnte ja Dr. White zuhören, während er für sie betete, und schauen, ob es etwas zu lernen gab.

 

»O.K., dann lassen Sie uns beten«, meinte er zu meiner Bekannten. Als sie ihren Kopf zum Gebet beugte, schien sie eher aus Scham ihren Kopf zu senken. Überall um sie herum schien Verzweiflung ihren Schmerz zu nähren. Wie ein sanfter Vater hob Dr. White ihr den Kopf. »Schauen Sie auf«, sagte er. »Sie müssen das nicht mehr machen. Sie sind ein Kind des Königs.« Ich war wie gebannt. Das ist eine nette Geste, dachte ich bei mir. Ich muss mir diesen Satz merken – »Schau auf, du bist ein Kind des Königs.« Bis dahin nahm ich immer noch an, dass Technik und Wortformeln der Schlüssel bei einer Heilung waren. Ich sollte von dieser Annahme bald auf barmherzige Weise erlöst werden.

 

Dann legte er ihr sacht die Hand auf die Schulter und sagte: »Herr, stell du deine Dienerin Linda nun hinein in deine Gegenwart, im Namen Jesu Christi. Sie spürt die Zuneigung nicht, die der Herr Jesus Christus für sie empfindet. Lass sie in ihrem Herzen fühlen, wie sehr Jesus sie liebt und sie mag.« Als ich Dr. White dies zu ihr sagen hörte, ging in meinem Innern ein Licht auf. Ich dachte: Natürlich, darum hat sie nach Anerkennung verlangt. Sie spürt in ihrem Herzen nicht, welche Zuneigung Jesus für sie hat. Wenn sie sich wirklich von Gott geliebt wüsste, bräuchte sie die Anerkennung anderer Menschen nicht mehr so sehr.

 

Dann betete Dr. White: »Und Herr, wenn irgendwelche Mächte der Finsternis diesen Schmerz beeinflussen, dann bitte ich dich, dass du ihnen gebietest, dass sie jetzt weichen müssen.« Als er diese Worte ausgesprochen hatte, fing Lindas Kopf an, auf und nieder zu wippen, und sie heulte auf. Sie konnte weder ihren Kopf noch das Geheul unter Kontrolle bringen. Ich hatte so etwas noch nie zuvor gesehen! Es war, als hätten diese Laute, die sie von sich gab, eine eigene personhafte Kraft in sich. Als ich sie anschaute, war es, als hätte sie das Bewusstsein verloren, zumindest aber die Kontrolle über ihren Körper. Ich spürte, dass um sie herum etwas Quälendes gegenwärtig war. Beinahe jeder der Anwesenden war schockiert von dem, was da vor sich ging. Ich hatte noch nie zuvor einen Dämon gesehen, aber ich war sicher, dass ich in diesem Augenblick das Werk eines solchen Dämons erlebte. »Im Namen Jesu gebiete ich dir, nun Ruhe zu geben«, sagte Dr. White ganz schlicht. Und als er es gesagt hatte, hörte der ganze Zauber unverzüglich auf. Er ließ es nicht zu, dass sie vor aller Augen von einem bösen Geist derart gedemütigt wurde. Später beteten wir in einem getrennten Raum für meine Bekannte, um diesen bösen Geist zu binden und ihn fortzuschicken. Heute steht Linda mit großer Vollmacht im Dienst der Lehre und im Heilungsgebet.

 

Warum war ich mir so sicher, dass hier ein böser Geist am Werk war, als ich sah, was mit ihr geschah? Weil diese Frau sich in der Öffentlichkeit niemals so benehmen oder etwas so Peinliches tun würde. Sie hatte keine charismatische Prägung. Es konnte sich nicht um ein angelerntes Verhalten handeln. Später erzählte sie mir, dass eine Kraft »hochgekommen« wäre und sie ergriffen hätte, und dass sie unfähig gewesen wäre, das Ganze zu stoppen. Nur der Name des Herrn Jesus hatte alles unter Kontrolle gebracht. 

 

Während ich sah, wie sehr sie gequält wurde, musste ich an all die vergeblichen Jahre denken, in denen sie christliche Seelsorge gesucht hatte, ohne nennenswerte Fortschritte zu machen. Sie war dem geistlichen Rat ihrer Pfarrer gefolgt und war manchmal auch von ihren Pfarrern verurteilt worden. Und hier zeigte sich nun ein ganz einfacher Grund: Eine dämonische Macht war für den Großteil ihrer Depressionen und Ängste verantwortlich gewesen. Ich spürte, wie mir die Tränen herunterliefen, als mir bewusst wurde, welchen Schaden arrogante Pfarrer wie ich den Kindern des Herrn zufügen konnten. Manchmal sind wir uns so sicher, dass wir die Gründe für den Schmerz oder die Depression eines Menschen kennen. Wenn sie sich nur an unsere geistlichen Rezepte halten würden, dann würde es besser mit ihnen werden. Wenn sie sich dann an unseren Rat halten und es nicht besser wird, dann ärgern wir uns über sie. Ich dachte an all die schlechten Ratschläge, die ich dieser teuren Frau schon gegeben hatte und an all die Jahre, die sie in psychologischer und seelsorgerlicher Beratung zugebracht hatte. Ich erkannte, wie dumm wir Pfarrer und Seelsorger gewesen waren. Man kann Dämonen nicht aus dem Leben eines Menschen »heraus-seelsorgern«. Und Dämonen verschwinden auch nicht, nur weil sich jemand unsere Ratschläge zu Herzen nimmt und mehr Disziplin übt. Dämonen weichen nur der Macht des Blutes Christi. Bevor Dr. White zu uns kam, hatte niemand ihrer Pfarrer oder Seelsorger die Gabe der Unterscheidung gehabt, um zu erkennen, was die Wurzel von Lindas Leiden war, darum hatte Linda »viel leiden müssen unter der Hand ihrer Ärzte.« 

 

Ich erlebte in diesem Moment zum ersten Mal eindeutig, dass der Herr zu mir sprach. Ich vernahm diese Worte nicht hörbar, aber mit der gleichen Klarheit: »Du bist ein Betrüger und ein Manipulierer, du spielst der Gemeinde nur etwas vor.« Wenn man diese Worte jetzt liest, klingen sie sehr hart, doch damals klangen sie überhaupt nicht hart. Ich hörte kein verdammendes Urteil, sondern eine Einladung. Ich wusste irgendwie, dass ich an einem Wendepunkt meines Lebens angekommen war und dass meine Antwort auf diese Stimme meinem Leben eine ganz neue Richtung geben würde. Entweder würde ich Gott näher kommen oder mich von ihm entfernen. Ich sagte einfach nur: »Ja, Herr.« Dieses einfache »Ja« war der Anfang davon, neu zu lernen, was es heißt, ein Kind im Reiche Gottes zu werden. Wir müssen nicht nur wie die kleinen Kinder werden, um in das Reich Gottes zu gelangen (Matthäus 18:3), sondern wir müssen die Demut eines kleinen Kindes behalten, wenn wir im Reich Gottes Fortschritte machen wollen (Matthäus 18:4). Als ich »Ja« sagte, gab ich Gott in seiner Beurteilung meines Charakters und meines Dienstes recht. Ich hatte soeben die Schwelle zu einer Umkehr überschritten, die so tief werden sollte, dass sie schließlich sogar die Ketten einiger meiner arrogantesten Vorurteile über das christliche Leben und den Dienst zerbrach. Zum damaligen Zeitpunkt spürte ich jedoch nicht, dass schwere Ketten von mir abfielen. Ich fühlte mich vielmehr wie ein kleines Kind, dem der Vater einen besseren Weg zeigt.

 

 

Am nächsten Morgen, es war Sonntag, erwachte ich in einer Art Schockzustand. Unsere Gemeinde war von einem Dämon heimgesucht worden! Ich fragte mich, wie sich dies wohl auf den Gottesdienstbesuch auswirken würde. Aber noch mehr fragte ich mich, welcher Zwist und welche Spaltungen wohl daraus resultieren könnten. Je mehr ich darüber grübelte, umso mehr Furcht stieg in mir hoch. Ich war mir nicht so sicher, ob ich diesen neuen Dienst des Gebetes mit Kranken in meiner Gemeinde haben wollte, wenn die Leute dabei emotionale Ausbrüche haben und Dämonen sich zeigen würden.

 

Dann tat ich etwas, das ein gelernter Theologe nie tun sollte. Ich setzte mich aufs Sofa, öffnete wahllos die Bibel und begann zu lesen. Ich wusste es eigentlich besser. Ich hatte mich über Leute lustig gemacht, die erwarten, dass Gott durch eine x-beliebige Bibelstelle zu ihnen redete – so eine Art »Bibel Roulette«. Ich hätte eine Konkordanz zur Hand nehmen und alle Stellen über Furcht nachlesen müssen. Aber das tat ich nicht. Ich öffnete einfach nur die Bibel und bat Gott, zu mir zu reden. Die Passage, auf die ich stieß, war Lukas, Kapitel 8, und mein Blick fiel sofort auf den Vers 26. Das ist natürlich die Stelle mit dem Besessenen von Gerasa. Ich las die ganze, wunderbare Geschichte, wie Jesus eine ganze Legion von Dämonen austrieb und der Mann seinen Verstand wiederfand. Dann kam ich zu Vers 37: »Darauf baten alle, die im Gebiet von Gerasa wohnten, Jesus, sie zu verlassen; denn es hatte sie große Angst gepackt. Da stieg Jesus ins Boot und fuhr zurück.« Ich war gerade im Begriff, das gleiche zu tun wie die Leute von Gerasa.

 

Die großartige Gnade unseres Herrn Jesus Christus war in unsere Kirche eingekehrt. Er hatte den Heiligen Geist gesandt, um zur Umkehr zu führen und verborgene dämonische Mächte bloßzustellen. Er tat dies, um uns zu stärken und zu heilen. Und ich hätte ihn fast gebeten, uns zu verlassen, weil ich Angst davor hatte, wie manche Leute reagieren könnten. Ich bekannte ohne Zögern meine Sünde und bat den Herrn, mir zu vergeben. Ich versprach ihm, dass, wann immer er in unserer Gemeinde einen Dämon  hinauswerfen wolle, er meinen Segen dazu habe.

 

Nachdem die Konferenz vorbei war, kamen alle Ältesten und Pfarrer überein, dass wir regelmäßig für die Kranken in unserer Gemeinde beten sollten. Am Ende jedes Gottesdienstes luden wir einfach alle ein, nach vorne zu kommen, die Christus als ihren Retter annehmen wollten oder die unser Gebet für geistliche, körperliche oder finanzielle Nöte wünschten. Wir hatten nicht die Absicht, charismatisch zu werden. Wir wollten nur das biblische Gebot erfüllen, das wir in Jakobus, Kapitel 5, Verse 14-16, finden:

 

»Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihm sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden, und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.« 

 

Wir ließen unsere Gemeinde wissen, dass wir von nun an diese Passage in unseren Gottesdiensten und auch in unseren seelsorgerlichen Gesprächen anwenden würden. Von nun an seien die Ältesten und Pfarrer bereit, jeden, der sie rufe, zu Hause zu besuchen und dort für die Kranken zu beten. Natürlich waren wir schon immer bereit gewesen, dies zu tun, aber nun ermutigten wir die Leute, diesen Text ernst zu nehmen. Wir ließen sie auch wissen, dass wir bei seelsorgerlichen Gesprächen nicht nur mit ihnen reden wollten, sondern gerne bereit wären, ihnen die Hände aufzulegen und mit ihnen nach dem Vorbild des Neuen Testamentes zu beten.

 

Kurz nachdem wir begonnen hatten, im Gottesdienst öffentlich für Menschen zu beten, rief mich eine Dame aus unserer Gemeinde namens Ruth Gay an. Sie erzählte mir, sie habe ein Aneurysma und müsse am Mittwoch für ein zweites Angiogramm (Röntgenaufnahme der Blutgefäße) ins Krankenhaus. (Ein Aneurysma ist eine Schwellung eines Blutgefäßes, so dass die Wände des Gefäßes gedehnt und dünn werden. Es besteht die Gefahr, dass die Wände des Blutgefäßes reißen, was zum Tod des Betroffenen führen würde.) Am Donnerstag wollten sie operieren und das Aneurysma entfernen. Sie fragte mich, ob wir Montagabend zu ihr kommen und für sie beten könnten.

 

Montagabend gingen Leesa, Joyce Smeltzer (die Frau von John Smeltzer, einem unserer Pfarrer) und ich zu Ruth Gay, um für sie zu beten. Ruth lebte allein und hatte sich vom Rest ihrer Familie entfremdet. Sie war einsam, deprimiert und verängstigt wegen der bevorstehenden Operation. Als wir drei am Montagabend ihr Haus betraten, konnten wir die düstere Stimmung um sie herum förmlich spüren. Wir unterhielten uns eine Weile mit ihr, dann legten wir die Hände auf ihren Kopf und baten den Herrn, das Aneurysma wegzunehmen. Wir beteten sehr ruhig und baten Gott besonders, ihre Blutgefäße auf übernatürliche Weise zu heilen. Wir wiesen keine Dämonen zurück, riefen nicht laut und bauten irgendeine religiöse Erregung auf. Wir baten Gott nicht, die Hand der Ärzte zu führen. Wir baten Gott, seine eigenen Hände auf dieses Blutgefäß zu legen und die schwachen Stellen wegzunehmen. Keiner von uns hörte an diesem Abend, dass der Herr zu uns geredet hätte. Wir sahen auch keine sichtbaren, übernatürlichen Zeichen oder Manifestationen. Als wir jedoch das Haus verließen, hatten wir alle den Eindruck, dass der Herr Ruth geheilt hatte. Wir sagten ihr das nicht, aber dennoch meinten wir, Gottes Gegenwart gespürt zu haben.

 

Am Mittwochmorgen erhielt ich einen Telefonanruf von Ruth. Sie war gerade von ihrem zweiten Angiogramm nach Hause gekommen. Ihre Stimme war so schwach, dass ich sie kaum hören konnte. Sie sagte: »Jack, ich bin geheilt worden!« – »Was?« – »Ich bin geheilt worden!« – »Im Ernst?« – »Ja, es ist wahr. Das Aneurysma ist verschwunden.« – »Was hat der Arzt gesagt?« – »Er sagte, ich sei geheilt. Eine Schwester kam heute morgen ins Zimmer und meinte, es sei ein Wunder.« – »Haben Sie Ihren Arzt gefragt, wie er das erklären kann?« – »Er kann es nicht erklären. Er sagte mir, Aneurysmen gehen nicht einfach weg. Sie müssen durch eine Operation korrigiert werden. Ich fragte ihn, ob er so etwas schon einmal erlebt hätte, und er antwortete: »Noch nie.« Er meinte: »Ich habe keine Erklärung dafür. Sie sind geheilt.« 

 

Dies war die erste medizinisch dokumentierte Heilung, die sich in unserer Gemeinde zutrug. Gott hatte einem seiner Kinder, das einsam, deprimiert und verängstigt war, seine Gnade gezeigt. Wir fuhren fort, für die Kranken zu beten, und wir erlebten weitere Heilungen – einige davon körperlich, andere seelisch. Wir erlebten auch einige Manifestationen von Dämonen, allerdings nie mehr in einem öffentlichen Gottesdienst. Während meiner neuen Abenteuer mit dem Herrn war ich zunächst von der Bibel überrascht worden, und dann wurde ich vom Heiligen Geist überrascht. Aber das war erst der Anfang.

 


Quelle: Jack Deere in  Überrascht von der Kraft des Heiligen Geistes Bild: © Myst Fotolia.com


 


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