Eine Gemeinde hatte ein Problem. Sie stand kurz vor der Spaltung.

 

Der Pastor und die Ältesten  auch in sich gespalten  trafen sich unter einem großen Baum, um zu besprechen, wie sie das Problem handhaben sollten. Sie fingen an, zu diskutieren. Dass es eine Spaltung geben würde, war sonnenklar. Die Auflösung der Gemeinde eine Frage der Zeit.

 

Dann stellte der Pastor eine provokante Frage: »Was wäre so schlimm daran, wenn unsere Gemeinde von der Bildfläche verschwinden würde?« Die Ältesten schauten ungläubig. Als sie sich wieder erholt hatten, fragten sie ihren Pastor, wie er diese Frage denn bitteschön meine.

 

Dann machte der Pastor eine Bestandsaufnahme. »Ja, mal ernsthaft ... überlegt euch doch bitte ... Was wäre so schlimm daran, wenn es unsere Gemeinde gar nicht mehr gäbe?«

 

Die Ältesten überlegten ... und kamen mit vielen guten Argumenten wie: »Die Men-schen haben hier ein geistliches Zuhause! Es würde für viele sehr schmerzlich sein.«

 

»Davon bin ich überzeugt«, entgegnete der Pastor, »aber letzten Endes würden sie sich eine neue Gemeinde suchen. Was ich wirklich wissen will, ist, was würde dem Reich Gottes in unserer Stadt verlorengehen, wenn unsere Kirche nicht mehr existiert?«

 

Und so überlegten sie kurz und einigten sich darauf, dass Evangelisation ein wich-tiger Aspekt der Arbeit im Reich Gottes ist. Damals besuchten vier- bis fünf-hundert Menschen den Gottesdienst am Sonntagmorgen. Sie überlegten und frag-ten sich, wie viele von ihnen durch den Dienst ihrer Kirche in den letzten achtzehn Monaten zu Christus gefunden hatten. Ihnen fielen nur vier Namen ein, und keiner war durch führende Personen zu Christus gebracht worden. Es schien fast, als wären sie durch Zufall in ihre Kirche geraten oder durch Abwanderung aus anderen Gemeinden. Sie kamen zu dem Schluss, dass es keinen großen Verlust für die Evangelisation ihrer Stadt bedeuten würde, wenn ihre Kirche nicht mehr existierte.

 

Dann fragen sie sich, wie viele Menschen in den letzten achtzehn Monaten durch den Dienst ihrer Kirche körperlich geheilt worden waren. Sie hatten zwar begonnen, für die Kranken zu beten, konnten aber zu diesem Zeitpunkt nicht viele aufzählen, die in ihrer Kirche geheilt worden waren. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Heilung von Kranken durch den Heiligen Geist keinen großen Verlust in ihrer Stadt erleiden würde, wenn ihre Kirche nicht mehr existierte.

 

Dann fragten sie sich, wie viele Menschen aufgrund ihrer Seelsorge keine Medika-mente gegen Depressionen mehr nehmen mussten oder nicht mehr regelmäßig ihren Psychiater aufsuchen mussten. Es fiel ihnen nicht ein Einziger ein. Dagegen konnten sie einige nennen, die begonnen hatten, Medikamente gegen Depressionen zu nehmen.

 

Sie konnten keine zerrütteten Ehen nennen, die sie gerettet hatten, aber es gab einige, die auseinandergegangen waren.

 

Als nächstes wurde Abhängigkeit von Drogen, Alkohol und Sex genannt. Jeder von ihnen kannte durch seine privaten Beratungsstunden Menschen in ihrer Kirche, die mit diesen Sünden kämpften, aber keiner von ihnen konnte auch nur eine Per-son nennen, die endgültig davon befreit worden war.

 

Ihnen wurde Folgendes klar: Wenn ihre Kirche aufhörte, zu existieren, würde es weder einen Missionar geben, der gezwungen wäre, vom Missionsfeld nach Hause zu kommen, noch würden die Hilfsdienste für die Armen der Stadt bedeutende Verluste erleiden  von den anderen Bereichen ganz zu schweigen.

 

Sie mussten zugeben, dass das Reich Gottes in ihrer Stadt ohne die Existenz ihrer Kirche keine bemerkenswerten Einbußen auf den Gebieten der Evangelisation, des Heilens von Körper, Geist und Gefühlen, der Erhaltung von Ehen, der Hilfe für die Armen oder der Unterstützung von Missionaren in anderen Ländern erleiden würde.

 

Sie sahen sich gegenseitig an und fragen sich: 

»Was tun wir denn überhaupt?«

 

Einer von ihnen sagte: »Wir sind die besten Bibellehrer in der Stadt.« Zu der Zeit glaubten sie wirklich, dass das stimmte. Ihnen war nicht klar, wie arrogant diese Ansicht war oder wie dumm, denn sie kannten nicht einmal alle Bibellehrer in der Stadt.

 

»Was lehrten wir die Menschen eigentlich?« fragte der Pastor. »Wir brachten ihnen nicht bei, wie man evangelisiert. Wir unterrichteten sie nicht darin, wie man die Körper der Menschen, ihre Seelen oder ihren Geist heilt. Wir lehrten sie nicht, wie man sich von Abhängigkeiten befreit oder wie man den Armen hilft. Ebenso wenig unterwiesen wir sie darin, wie man effektiv die Arbeit ausländischer Missionen unterstützt. Obwohl wir uns verschiedentlich auf einigen dieser Gebiete betätigten, war unser Beitrag doch so gering, dass er praktisch keinen Einfluss auf das Reich Gottes hatte. Weshalb lehrten wir also die Bibel?«

 

Am Ende kamen sie alle zu dem Schluss, dass ihre Gemeinde mehr Ähnlichkeit mit einem Club als mit einer neutestamentarischen Gemeinde hatte und dass sie alle mehr aus Pflichtgefühl hingingen und weil man ihnen ein Gehalt bezahlte. Sie hatten ihre Freude am Dienst verloren ... 

 


Quelle: Jack Deere in  Überrascht von der Stimme Gottes  |  Foto: Seleneos. |  PHOTOCASE


 


Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!