Und der Engel sprach: 

»Bedenke: Wer erfüllt die Bedingungen der Jüngerschaft? Würde wahre Jüngerschaft eure Kirchen nicht auflösen, ja, geradezu sprengen? Was für eine Erweckung aber soll das sein, die keine Jünger zur Verfügung hat, sondern fromme Idealisten, die große, (schein)heilige Ego-Imperien aufrichten wollen – immer noch? Schon früher sagte dir der Herr, dass ihr keinerlei Vorstellung von der Sache habt und dass mit euch Erweckung im Stil von Pfingsten nicht zu machen ist.« Ich versuche, mich an das zu erinnern, was der Herr mir »schon früher« zum Thema Erweckung gesagt hat. Da fällt mir ein längerer Artikel ein, den ich vor Jahren einmal für meinen Gebetskreis geschrieben hatte, als Jesus mir sehr mahnende Dinge hinsichtlich der Gemeinde mitgeteilt hatte, die mich erschüttert hatten. Ich habe die Worte, die ich als von Jesus gegeben empfand, zum Glück noch auf meinem Computer gefunden:

 

 

»Man kann mit euch nichts Großes vollbringen, weil ihr dafür einfach keine Zeit übrig habt, keine Aufmerksamkeit, keine Ressourcen usw. Wenn Gemeinden wie ihr um Erweckung beten, schüttle ich nur den Kopf. Ihr habt kein Herz dafür, keinen Kopf, keine Hände, keine Zeit, keine Mittel, keine Kraft, kein Gebet. Gar nichts.

 

Niemals zuvor gab es eine so missionarisch untaugliche Kirche wie euch. Ihr seid unfruchtbar, aber die Schuld dafür schiebt ihr einfach mir in die Schuhe oder der »bösen« Welt und macht unverdrossen so weiter wie bisher. Ihr wollt Erweckung und liebt gleichzeitig den Schlaf. Ihr wollt starke Leiter und lasst sie ausbrennen. Ihr wollt Aufbruch und seid es selbst, die ihn konsequent Tag für Tag verhindern. Glaubt ihr nicht, dass ich jeden Tag hinzutun will? Jeden Tag Seelen retten will? Kranke heilen, Tote auferwecken und Dämonen austreiben will? Aber seht selbst: Nach einer kurzen Beschäftigung mit den Themen kommen nach zwei oder drei Treffen in der Gemeinde nur noch eine Handvoll Leute. Es ist alles beliebig, alles rein abhängig von Arbeit, von Lust und von Umständen, die die Welt bestimmt. Ich bestimme gar nichts. Die Idee, mich überhaupt nach meinen Bestimmungen zu fragen, ist euch bereits fremd. Im Mittelpunkt eures Lebens stehen die Lebenssorgen und ihr selbst. Ich nicht. Ihr wollt mich fein einfügen in euer System, euren Terminkalender, eure Gutbürgerlichkeit, eure Kirche und besser nicht in eure Vergnügungen.

 

Auf der Prioritätenliste stehe ich ganz unten. Das Retten von Seelen, Heilen der Kranken, Befreiung der Dämonisierten und Aufwecken der Toten – nennen wir es mal den »Missionsbefehl« – kommt auf eurer Liste gar nicht erst vor. Das Erste, was im Druck der Termine, Arbeit, Familie und Vergnügen auf der Strecke bleibt, ist das Gebet. Es ist ja so optional. Eure chronische Gebestarmut ist kennzeichnend. Viele Heiden beten mehr als ihr. Ihr seid die gebetsärmste Generation, die es je gegeben hat, und das, obwohl ihr in Deutschland gleichzeitig die bestorganisierte Gottlosigkeit habt, die es gibt. Aber ihr seid euch dessen nicht bewusst. Eure gebetsarmen Herzen sind so unkultiviert, so verstrüppt und geistlich verwahrlost, dass es mich nicht wundert, dass ihr zu wirkungsvollem Glauben, Hoffen und Lieben unfähig seid. Diese drei sind bei mir das Wichtigste und bei euch das Letzte. Was tut ihr dafür? Welchen Termin habt ihr dafür noch übrig? Wie lebt ihr das? Tatsächlich lebt ihr das gar nicht. Ihr lebt den Glauben nicht, lebt die Hoffnung nicht und lebt die Liebe nicht. Wann auch? Aus welchen Kraftresten denn?

 

 

 

Meine Worte machen euch hilflos, weil sie das Ausmaß der Misere zeigen. Aber nur so kommen wir weiter und an den Punkt, die Prioritäten neu zu ordnen – gemäß mir.

Wollt ihr das?

Auf der einen Seite sehnt ihr euch nach meiner Berührung, auf der anderen meidet ihr meine Bestimmungen. Dies aber geht Hand in Hand. Merkt es euch: Berührung und Bestimmung gehen zusammen. Berühre ich euch  bestimme ich euch auch. Ihr habt in euren Predigten und Gebeten viel an Kraft verloren, weil ihr Unberührbarkeit und Unbestimmtheit gepredigt und gebetet habt. Wenn irgendjemand eine Predigt hält, die ihn weder selber rührt noch die Hörer mit mir in Berührung bringt – eine solche Predigt ist mir ein Gräuel. Eine Predigt, die unbestimmt ist und den Hörern weder Berührung bringt noch sie in ihrer Bestimmung stärkt  eine solche Predigt ist irrelevant und damit ungöttlich, da bei mir alles einem Zweck dient. Das Gleiche gilt für Gebet: Gebet ohne Berührung und ohne Bestimmung  Gebet ohne Rührung und Richtung  das ist irrelevant und mir ein Gräuel. Wie viel ihr euch davon schon erlaubt habt! Wie durchsäuert meine Kirche davon ist! Tut mir den Sauerteig raus, und reinigt mir euer Predigen und Beten davon, dann werde ich Gefallen daran haben und mein Gefallen auch erweisen in Feuer. Tretet also ein in die Dimension von Berührung und Bestimmung! Ihr seid auf der Schwelle dazu und zögert. Zögert nicht, sondern lauft!

 

Ihr habt Angst, die Kontrolle über das Maß von Berührung und Bestimmung zu verlieren, aber genau darum geht es. Ihr sollt es verlieren  an mich. Und ihr sollt euch nicht fürchten, sondern vertrauen. Wisst, dass der Feind alles aufbieten wird, um die Gemeinde von meinen Berührungen und meinen Bestimmungen abzuschneiden. Aus eurer eigenen Mitte werden Leute aufstehen und mit fromm klingenden Worten und christlich anmutenden Argumenten den Sauerteig erhalten wollen. Das gewohnt Ungerührte und gewohnt Unbestimmte werden sie als »normal« bezeichnen und bewahren wollen. Was mir ein Gräuel ist, werden sie als »ordentlich« bezeichnen.

 

 

Rechnet damit, dass ich ein Feuer anzünde, um euer Gebet aus dem lauwarmen Zustand in einen heißen Zustand zu versetzen. Es wird die Scheinheiligkeit verbrennen und euer Gebet in Wallung bringen. Wenn dann die Feuerwehr kommt, um mit den Worten: »Das ist doch nur Emotionalität und amerikanische Unterwanderung!« das Feuer zu löschen, dann nehmt sie nicht an. Diesmal hütet euer Feuer! Lasst es euch nicht auslöschen oder niedertreten. Es gehört euch! Und mit seiner Energie könnt ihr heiß sein, ohne euch zu erschöpfen.

Betretet erneut den Weg des Gebets. Er ist schmal, hat aber zwei Geländer: Berührung und Bestimmung. Wo dies schwindet, seid ihr vom Weg abgekommen. Seid ihr auf dem richtigen Pfad, werdet ihr mein Feuer haben, welches euch heiß macht, ohne dass ihr ausbrennt, da das Feuer von mir ist. Dies ist das Geheimnis des Dornbusches, der brennt und doch nicht verbrennt (siehe 2. Mose 3:1-5). Die Welt kann das nicht verstehen und die Religiösen sind misstrauisch. Meine Beter aber ziehen die Schuhe von den Füßen und spüren es: Dies ist heiliger Boden. Hier ist die Gegenwart Gottes mit Berührung und Bestimmung – mit heiligem Feuer.«

 

 

So weit der damalige Artikel. Diese Worte schlugen seinerzeit wie eine Bombe ein und führten bei der Gemeinde zu einer instinktiven Abwehrreaktion. Wobei die Ambivalenz des Ganzen sogleich sichtbar wurde: Einerseits wurde für Erweckung gebetet, und darüber hinaus wollten viele endlich und schon lange mal eine »klare Ansage« von Jesus haben. Als ihr Gebet erhört wurde, gefielen ihnen die Worte aber nicht. Sie waren nicht »auferbauend«, sondern »scharf«; so hatte sich die Mehrheit das nicht vorgestellt. Sie wollten mit Samthandschuhen angefasst und nicht wie ein Sohn erzogen werden (vgl. Hebräer 12:4-11). Also liefen die Worte ins Leere. Man richtete sich nicht danach. Die Haltung der Beliebigkeit und Ignoranz wurde beibehalten und die Ermahnung so schnell vergessen, wie sie gegeben wurde. Paulus führt seinen Schüler Timotheus an die nötige Schärfe der Predigt heran, indem er ihn auffordert: »Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, strafe, ermahne mit aller Langmut und Lehre.« (2. Timotheus 4:2) 

 

 

Quelle: Feuerprobe  von Frank Krause | Foto: Merlin_0815 | PHOTOCASE


 


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