Einmal sprach Gott zu mir durch das Buch der Richter. Hier spiegelt sich die Situation der Schweiz wider. Die Christen haben sich in »Höhlen und Schluchten« (Richter 6:2) zurückgezogen. Zwischendurch muss man »die Felder bearbeiten«. Dann geht man hinaus, um zu »säen« oder zu »ernten«. Man mietet vielleicht den Bärensaal oder tut sonst etwas Mutiges. Anschließend zieht man sich wieder zurück in die »Höhlen und Schluchten«.

 

Wir haben zwar schöne »Höhlen und Schluchten« – 

aber wir haben uns zurückgezogen.

 

So kommt der Feind und stiehlt uns die Ernte. Im Buch der Richter begann das Volk Gottes dann, Buße zu tun und um Hilfe zu schreien. Darauf schickte der Herr seine Hilfe. Gott wartet auch bei uns auf diesen Schrei: So kann es nicht mehr weitergehen! Im Buch der Richter ging das Volk schließlich hinaus und hat zu Gott geschrieen. Ich habe das Gefühl, wir kommen jetzt in diese Zeit. Viele sind sehr enttäuscht und wissen, dass es eine Änderung geben muss. Es muss wieder sichtbar werden, dass Christus »in unserer Mitte« ist.

Vor sechs Jahren hat mir Gott gesagt, er werde einen großen Hunger und Durst nach ihm in die Schweiz geben, und wir sollen diesen Hunger und Durst nicht künstlich stillen. Ich fragte Gott, was das hieße. Seine Antwort: »Ich werde einen Hunger geben, so dass die Leute sagen: Wir brauchen mehr, wir brauchen alles, wir brauchen einfach Jesus in aller Kraft und Herrlichkeit, in allem!« Aber diese Menschen werden irgendwie nicht davon nehmen können. Man wird versuchen, diesen Hunger künstlich zu stillen, indem man z. B. sagt: »Du bist vom Typ her etwas anders, mehr introvertiert.« Das wird diesem Menschen einen Moment helfen, indem er sich für »etwas anders« hält – aber seinen Hunger wird das nicht wirklich stillen. Wir Leiter im Lande müssen wieder lernen, Hunger und Durst nach Gott mit anderen auszuhalten. Dieser Hunger und Durst scheint wieder zu kommen, indem Leute sagen: »Herr, gib mir oder ich sterbe!« Diese Radikalität wird zunehmen. 

 

 

Wahrscheinlich sind wir zu »softig« geworden und haben nicht mehr den Mut, das Wort Gottes in allem Freimut zu sagen. In Apostelgeschichte 4 ist beschrieben, wie die erste Gemeinde um Freimut bittet, sein Wort auszusprechen. Damals beteten sie, Gott möge seinen Arm bewegen, damit Heilungen, Zeichen und Wunder geschehen (Apostelgeschichte 4:29). Gott hat durch diese Stelle zwei Monate lang stark zu mir gesprochen. Ich glaube, dass diese beiden Aussagen zusammen gehören: Die Verkündigung seines Wortes muss zusammen mit dem Kraftbeweis geschehen. Bei vielen ist ein Hunger erwacht: Es muss doch mehr geben! Diese Entwicklung zu sehen, gibt mir Hoffnung, und ich glaube, wir müssen auch mit der Botschaft wieder radikaler werden.

 


Quelle: Erich Reber in Prophetisches Bulletin vom März 1999 | Foto: time.| PHOTOCASE


 


Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!