Die letzte Versuchung

Wohlstand

 

 

Ich habe die Jesuspeople dieser Generation als die »letzten Christen« gesehen. Satan ist dabei, als Engel des Lichts zu kommen; und zwar so schlau, so harmlos und so undurchsichtig, dass nur wenige erkennen, was mit ihnen geschieht. Er wird seine Bemühungen, die Christen zu betrügen, derart tarnen, dass er sie mit Dingen versucht, die an sich nicht böse sind, sondern nur verderblich werden, wenn man sie missbraucht.

 

Die Versuchung Nummer 1 für die letzten Christen wird der Wohlstand sein. Die Bibel weist warnend darauf hin, dass in den letzten Tagen viele Christen reich, gleichgültig und wohlhabend sein werden und dass es ihnen äußerlich an nichts fehlt. Es ist nichts Schlechtes oder gar Sündiges dabei, wenn jemand wohlhabend und erfolgreich ist. Die meisten Patriarchen der Bibel waren reiche Männer. Abraham war sehr reich an Vieh, an Silber und an Gold. Hiob war ein ungeheuer reicher Mann; er besaß 7.000 Schafe, 3.000 Kamele, 500 Ochsengespanne, 500 Eselstuten und hatte viele Diener und ein großes Haus. Gott hat ganz bestimmt nichts gegen Reichtum und Erfolg, denn die Bibel sagt in Psalm 35:27, dass ihm das Wohlergehen seiner Diener am Herzen liegt. Aber ich sehe, dass sich Millionen Christen von dem Wohlstand betrügen lassen. Der letzte Christ wird unter seinem Wohlstand leiden müssen und wird dadurch mehr versucht als durch Armut.

 

In meiner Vision sehe ich, wie Satan ein letztes Mal vor Gott erscheint; und zwar genau so, wie es in der Bibel beschrieben wird, als er Hiob anklagte. Doch diesmal kommt er und wünscht die Erlaubnis, die letzten Christen zu versuchen. Hier beschreibe ich, was ich sehe:

 

Der Herr sagt zu Satan:

 

»Wo kommst du her?« 

 

Satan antwortet:

 

»Ich habe die Erde durchzogen und die letzten Christen beobachtet.« 

 

Der Herr sagt zu Satan:

 

»Hast du diese Christen der letzten Tage beachtet, wie hingegeben, aufrichtig und gottesfürchtig sie sind und wie sie Christus lieben? Hast du gesehen, wie sie versuchen, deinen üblen Anschlägen zu entgehen?« 

 

Der Satan antwortet dem Herrn:

 

»Ja – aber nimm einmal den Zaun hinweg, den du um sie errichtet hast. Hiob wollte sich in seinem Elend nicht von dir abwenden. Aber segne diese Christen mit irdischen Dingen und vermehre ihren Reichtum. Gib ihnen mehr, als Hiob jemals besessen hat – und dann wollen wir sehen, was geschieht. Mache alle diese Christen wohlhabend wie Hiob war. Baue ihnen hübsche, neue Häuser, gib ihnen feine Autos, gib ihnen alles Geld und alle anderen Dinge, die sie brauchen. Gib ihnen Wohnwagen, Boote, Weltreisen, feine Kleidung, auserwählte Speisen, Landbesitz und Sparguthaben. Sieh, was mit deinen letzten Christen geschieht, wenn sie reich sind und alles in Fülle haben und keinerlei Bedürfnisse mehr kennen. Sie werden Gott vergessen und sich nur noch um sich selbst kümmern.« 

 

Ich sehe Automobile, Kleidung, Motorräder und alle möglichen anderen materiellen Dinge ein noch größeres Hindernis für die Christen werden als Drogen, Sex oder Alkohol. Ich sehe Tausende von Christen an diese Dinge gebunden und mit ihnen belastet. Sie sind so vom Materialismus eingefangen, dass sie lau und blind, schwach und geistlich ganz arm werden. Doch inmitten all ihrer Besitztümer sind sie unglücklich und total unzufrieden. In meiner Vision sehe ich den Satan dabeistehen und frohlockend lachen:

 

»Sieh dir einmal all diese geldgierigen Christen an, dieses immer nach den neuesten Kleidern schielende Volk. Schau, wie sie Berge von Geld machen, fortwährend neue Möbel kaufen, immer größere Autos fahren – manchmal sogar zwei oder drei. Sie kaufen, pflanzen, verkaufen, heiraten und lassen sich scheiden. Von dieser Gesinnung wurde Lots Generation ruiniert, und ihnen wird es auch so ergehen. Betrachte dir einmal diese gut bezahlten, bequem lebenden, gut essenden Christen, die faul und lau werden und für mich eine leichte Beute sind. Gott, gib ihnen reichlich von all diesen Dingen, die meisten lassen sich davon gefangen nehmen und machen mir meine Arbeit dadurch viel leichter.« 

 

Der Gott, dem alles Vieh auf tausend Bergen gehört, wünscht nichts von den Besitztümern der Menschen. Nicht die Häuser, die Autos, die Kleidung, die Motorboote oder die Wohnwagen. Er möchte nur den ersten Platz in den Herzen all derer, die sich selbst nach seinem Namen nennen.

 

Keine Zeit

 

Ich sehe viele der letzten Christen, die einmal Gott geliebt haben, Schiffbruch erleiden, weil die Liebe zu Vergnügungen sie gepackt hat. Menschen, die Gott lieben, finden keine Freude an Rauschgift, Sexualität außerhalb der Ehe, Alkohol, Tabak oder Schmutz. Und der Teufel weiß das. Die meisten dieser fleischlichen Vergnügungen empören die Christen und stoßen sie ab. Ich sehe aber Tausende von Christen in Theatern sitzen, wo sie sich freiwillig dem erniedrigenden Einfluss aussetzen, den sie einmal verabscheut haben. Gewiss, es findet sich keine spezielle Sünde in ihrem Leben, aber sie fühlen sich recht wohl bei ihren Neigungen zu zweideutigen Filmen, Partys, gesellschaftlichen Veranstaltungen und Alkohol. Sie lieben zwar auch Gott, aber ihre Vergnügungen lieben sie eben mehr. Sie sind nicht gerade Sünder vor Gott – nur fremd geworden zu ihm. Sie sind so fleißig mit ihren Vergnügungen beschäftigt und mit den Versuchen, ein liberales christliches Leben zu führen, dass sie sich drastisch verändert haben, ohne genau zu wissen, was sie jetzt eigentlich sind.

 

Die plötzliche Hinwegnahme der Gläubigen von der Erde wird viele von ihnen unvorbereitet treffen. Sie sind gesellschaftliche Hans-Dampfs-in-allen-Gassen, die nicht einmal mehr eine Stunde Zeit finden, um im persönlichen Gebet mit Gott zu reden.

 

Ich sehe im Missbrauch der Freizeit die Sünde der Zukunft. Dies hat jetzt nichts zu tun mit einigen Urlaubswochen, auch nichts mit Reisen nach Übersee oder ins Heilige Land. Es sind nicht die Stunden beim Angeln, Schwimmen, Wandern oder Reiten, die ich meine. Dies sind alles verantwortbare und recht gute Dinge. Ich spreche vielmehr von all der vergeudeten Zeit; von der Zeit, die jeder für sich selber hat und mit der er tun kann, was er will; von der Zeit, die man dazu verwenden könnte, Gottes Wort zu lesen oder von der Zeit, in der wir allein mit unserem himmlischen Vater reden könnten. Ich sehe Satan wiederum kommen und die Christen der letzten Tage beschuldigen:

 

»Schau auf den Christen der letzten Tage, den Fernsehsüchtigen. Beachte, wie er viele Stunden Zeit hat für schlüpfrige Operetten und Komödien und Sport, aber keine Zeit findet, mit Gott allein zu sein und mit ihm zu reden. Für Gott bleibt nur ein kurzer Anruf am Rande übrig. Er geht schwimmen und reisen, spielt Tischtennis und Fußball, er besucht Kinos und Partys und ist überall zu finden – aber Zeit, um Gottes Wort zu lesen und zu beten, hat er nicht. 

Ist das der Christ der letzten Tage, von dem erwartet wird, dass er im Glauben wandelt?

 Ist das der, der sich vorbereiten sollte 

 für den kommenden Tag der Verfolgung und der Weltkrise? 

Sind es diese Playboy-Christen, die das Ende der Welt erleben sollen?« 

 

Die größte Sünde gegen Gott wird in Zukunft nicht mehr der Missbrauch des eigenen Leibes, die Verwöhnung des Fleisches oder gar die Verfluchung des Namens Gottes sein. Die größte Sünde gegen Gott ist, dass man ihn in unserer Zeit, in der er sich so deutlich hören lässt, einfach geringschätzt. Ich sehe eine ironische Entwicklung kommen. Die letzten Christen, die dem Tag der Widerkunft Christi so viel näher sind als die ersten Christen, verwenden die wenigste Zeit dazu, in seiner Gegenwart zu verweilen.

 

Die Botschaft vom kommenden Gericht und von der Wiederkunft Jesu Christi wird von vielen Christen nicht ernst genug genommen, und zwar aus dem gleichen Grunde nicht, wie die Leute zu Noahs Zeit die Botschaft von der bevorstehenden Katastrophe nicht ernst nahmen: weil sie so ausgegfüllt waren in ihren Vergnügungen, mit Kaufen und Verkaufen, mit Pflanzen und Verliebtsein.

 

David Wilkerson  1973

 


Quelle: David Wilkerson in  Die Vision |  Foto: © styleuneed - Fotolia.com



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